Die Schilddrüsenüberfunktion

Ist die Schilddrüse in einer Überfunktion so sind die Schilddrüsenhormone T3 und T4 (aktive Form) in zu hoher Konzentration im Blut. Die Ursache liegt oft in einer Schilddrüsenerkrankung, kann jedoch auch durch eine Überdosierung von Schilddrüsenhormonen entstehen. Das Hormon T4 in den Zellen in zu hohen Dosen vorhanden, so wird der Zellstoffwechsel übermässig aktiviert und es kommt zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch. Die Folge sind Beschwerden wie körperliche Leistungsschwäche, Herzklopfen, Müdigkeit, Hitzeempfinden, vermehrtes Schwitzen, körperliche Unruhe und Konzentrationsstörungen. Bei lang andauernden Überfunktion führt dies oft zu Erschöpfungserscheinungen und Müdigkeit.

Hauptsächliches Symptom

Typischer Weise spürt man die Überfunktion mit einem beschleunigten Herzschlag. In schweren Fällen kommt es dabei zu einer unkoordinierten Arbeit der Muskelfasern in den Vorkammern des Herzens, dem so genannten Vorhofflimmern. Die Herztätigkeit kann dadurch so ineffizient werden, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entsteht, die mit einem Gefühl von Brustenge (Angina pectoris) verbunden sein kann. Die Schlaganfallgefahr ist erhöht. Oft kommt es darüber hinaus zu Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Aufgrund dieser Störungen geht eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion mit einer erhöhten Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.

Weitere Symptome

Neben dem Herzmuskel schwächt eine Hyperthyreose auch die Bewegungsmuskulatur des Körpers. Die Folgen können von Schwierigkeiten beim Treppensteigen über einen sichtbaren Abbau der Muskulatur (Muskelatrophie) bis zur vollständigen Gehunfähigkeit reichen. In seltenen Fällen können vorübergehende Lähmungen auftreten.

Der Knochenstoffwechsel ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion erhöht. Sowohl Ab- als auch Aufbauvorgänge verlaufen beschleunigt, wobei in der Summe jedoch Abbauvorgänge überwiegen. Knochendichte und -stabilität nehmen ab. Eine Besonderheit stellen Veränderungen an und um die Bewegungsmuskeln der Augen dar, die als Basedowschen Krankheit bezeichnet wird. Auch die Blutbildung wird durch Schilddrüsenhormone angeregt. Dadurch kann es zu Störungen des Blutbilds kommen, insbesondere bei der Anzahl und dem Blutfarbstoffgehalt (Hämoglobin-Gehalt) neu gebildeter roter Blutzellen (Erythrozyten). Eine Blutarmut (Anämie) tritt bei einer Schilddrüsenüberfunktion jedoch nur selten auf.

Häufig wird eine Hyperthyreose auch von einer erhöhten Stuhlgangsfrequenz, Durchfällen, Erbrechen oder anderen Verdauungsstörungen begleitet. Außerdem sind oft die Leberwerte erhöht. Eine Hyperthyreose führt tendenziell eher zu einem Abbau der Fettreserven. Aufgrund der gleichzeitigen Zunahme des Appetits kann es in seltenen Fällen jedoch auch zu einer Gewichtszunahme kommen. Blutfettwerte, wie z.B. die Cholesterinkonzentration, sind oft erhöht und können zu einer Schädigung der Blutgefäße (Arteriosklerose) beitragen. Bei einer Hyperthyreose ist die Haut der Betroffenen aufgrund vermehrter Durchblutung in der Regel warm und leicht gerötet. Es kommt zu vermehrtem Schwitzen und einer erhöhten Talgabsonderung (Seborrhöe), wodurch sich die Haut weich und feucht anfühlt. Möglich sind darüber hinaus Haarausfall und Nagelveränderungen. Insbesondere an den Schienbeinen kann sich ein so genanntes Myxödem ausbilden, eine spezielle Form der Wassereinlagerung. Aufgrund einer Hyperthyreose bleibt bei Frauen oft die Regelblutung aus (Amenorrhö). Bei Männern können Erektionsstörungen und eine Abnahme der Spermien-Beweglichkeit auftreten.

Weit verbreitete sind nervliche und psychische Auswirkungen einer Hyperthyreose sind Zittern, Nervosität, körperliche und psychische Unruhe, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Schlafstörung. Bei stark erhöhten Hormonwerten können darüber hinaus auch sehr schwerwiegende Symptome auftreten, wie Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (Koma), Epilepsie oder manisch-depressive bzw. schizophrene Geistesstörungen. Im Alter können die Auswirkungen überhöhter Schilddrüsenhormonwerte unter Umständen eine Demenz vortäuschen. Es ist dabei zu beachten, dass sich psychische oder nervliche Erkrankungen ihrerseits auch auf das Beschwerdebild bei einer Schilddrüsenüberfunktion auswirken können. Dadurch kann es schwierig sein, zu einer klaren Diagnose zu kommen.

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